21 September 2015

21.9. - Auseinandergelebt

(1)
Es scheint mir, als wühlte ich mich fieberhaft in den endgültigen Aspekten des allgemeinen Daseins, um mich mit meinem persönlichen nicht zu befassen. Der Sturz in die Leere der Welt erscheint als Flucht - und es ist auch eine Flucht. (An Stelle dieses eingeklammerten Satzes bitte die Vorstellung an einen passenden Refrain für diesen Text.)

Um sich aus dem vorbestimmten Schicksal zu stürzen, muss man einige bestimmende Einflüsse loswerden, und wenn es das Selbstgefühl ist. In dieser Leere bist du wieder zu allem fähig. Hier siehst du, dass dein Ich nur ein Werkzeug war, um dich auf Kurs einer fertigen Welt zu halten, die du einfach nicht willst. (An Stelle dieses eingeklammerten Satzes bitte wieder die Vorstellung an einen passenden Refrain.)

Die Distanz zwischen dir und der Außenwelt vergrößernd, indem du dich vollkommen nach innen kehrst, mischst du die Karten deines Lebens neu, diesmal mit dem As einer Erinnerung im Ärmel. Ich stehe in meiner Blüte und kann das Programm, das mich bis hierher gebracht hat, abschalten. (An Stelle dieses eingeklammerten Satzes bitte die Vorstellung an ein Instrumental mit anschließender Bridge.)

Das Ich war nur das Taxi, das dich auf diesen Abweg gebracht hat. Sind deine Instinkte reif genug, dich aus dem Taxi herauszutrauen? Mit der Bejahung dieser Frage beschäftigt, kann ich dich erstmal in die Nacht schicken. (An Stelle dieses eingeklammerten Satzes bitte die Vorstellung an einen passenden Refrain für diesen Text.)



(2)
Ein chaotischer Comic-Matsch, der Tod tanzt mit Mickey eine Banane ins Universum ud das ist das Zentrum meienr Karriere und eine besorgte Großvater-Stimme brüllt: "Warum tut jemand so etwas?" Eine schiefe, übereuphorische, schwebende Jazzband plätschert das noble Restaurant voll und der Sänger in Frack und grünem Haar brüllt: "Warum machen Leute sowas?" Ein Junge mit brauen Haaren und grünem Anorack sitzt vor der blauen rostigen Metalltür einer Garage und bohrt sich ein Loch in die Hand und schaut selig-traurig in die Kamera und brüllt: "Warum tut jemand sowas hier?" und im Chor singen alle den Refrain von "Sir Duke": "You can feel it all oooover....." Vielleicht kann ich mich austricksen und die Zeit anhalten, vielleicht kann ich das Unheil ableiten, in das meine Einsamkeit mich stürzen will wie die mobbenden Mitschüler den Helden dieser Gesichte in den Dreck schubsten. Ich habe nie gelernt, meien Energie nach draußen zu leiten. Unfähig zu glauben und zu fassen, malträtiert man sich selbst, bis es etwas gibt, das stärker ist als der Sog des Schmerzes und Erniedrigung. Hier tanze ich mit mir selbst, mit der unscharfen, ereignislosen Welt will ich mich an den Tisch setzen und Schach spielen, aber wir beide verlieren das Interesse und gehen sachte beschämt getrennte Wege.

Wenn man verhindern kann, dass das Ichgefühl sich in Worten organisiert, wenn man im Rausch die Sprache aushebelt, gießt das unterbewusste Ichprogramm Panik durch den Körper, mich zu strafen und zu mahnen. Nein, ich geb das nicht her.... Ich bin nur das schreibende Areal des Gehirns, das die Hände über die Tastatur dirigiert. Ich kann nur das mitteilen was ich tue, während ich schreibe. Ich habe mich in meinem Medium verfangen, würden es Kritiker nennen. Ich bin nur eine Idee... gelöst vom Fleisch des Alltags zerfrisst die Idee sich selbst.Ich sammle alle Buchstaben auf und mach mich mal los, ich will den Bus noch bekommen... (Gleich wird es unheimlich krachen!", versprach er seinen Lesern und wusste, dass er diesen Abend wieder an sich scheitern wird.)

Man führt mit Cannabius eine Beziehung. Nach etwa einem Jahr sitzt man beisammen und lässt das erste Jahr revuee passieren. "Wir haben uns auseinandergelebt", ist der Untertitel dieses Jubiläums.

(3)
sanft... hauch...ach ...
sanft... hauch...ach ...HAHA!!

heutzutage ist es nicht einfach,
echte verbindungen zu knüpfen.
bestimmte dinge kann man vielleicht nie wieder aufholen

wenn ich aufhöre zu schreiben,
höre ich auf zu sein.
bestimmte dinge kann man vielleicht nie wieder aufholen

irgendetwas tun. (vergiftungen.stacheldraht...ach, was haben wir auszurichten?)
wir müssen irgendetwas tun. (wirsindallesverklemmtespiesserscheißaufuns###)
was bedeutet es, sowas zu lesen und zu schreiben? (ich gähne mit zwo drei vier euch)
was denkt max und stefan und robert und svenja und bloomsday darüber? (familie.)
bestimmte dinge kann man vielleicht nie wieder aufholen (alltagsweisheit.literaturpreis.)

was muss ich tun um von euch anerkannt zu werden?
chor was gibt es? nichts gibt es zu tun!
(die buchstaben treiben in gelbem brei auseinander)

zurück in der bude
ich berühre mit meinen worten die gesichter des lesers
was bin ich grob und
verklemmt
verklemmt
verklemmt

bestimmte dinge kann man vielleicht nie wieder aufholen
bestimmte dinge kann man vielleicht nie wieder aufholen

ich will besessen sein von der idee nichts zu tun
ich bin ein unaufgeräumtes zimmer
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
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ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können
ich werde mich niemals mit etwas identifizieren können


18 September 2015

18.9. - Das Ich ist nur ein Taxi

(1)
Es scheint mir, als wühlte ich mich fieberhaft in den endgültigen Aspekten des allgemeinen Daseins, um mich mit meinem persönlichen nicht zu befassen. Der Sturz in die Leere der Welt erscheint als Flucht - und es ist auch eine Flucht. (An Stelle dieses eingeklammerten Satzes bitte die Vorstellung an einen passenden Refrain für diesen Text.)

Um sich aus dem vorbestimmten Schicksal zu stürzen, muss man einige bestimmende Einflüsse loswerden, und wenn es das Selbstgefühl ist. In dieser Leere bist du wieder zu allem fähig. Hier siehst du, dass dein Ich nur ein Werkzeug war, um dich auf Kurs einer fertigen Welt zu halten, die du einfach nicht willst. (An Stelle dieses eingeklammerten Satzes bitte wieder die Vorstellung an einen passenden Refrain.)

Die Distanz zwischen dir und der Außenwelt vergrößernd, indem du dich vollkommen nach innenkehrst, mischst du die Karten deines Lebens neu, diesmal mit dem As einer Erinnerung im Ärmel. Ich stehe in meiner Blüte und kann das Programm, das mich bis hierher gebracht hat, abschalten. (An Stelle dieses eingeklammerten Satzes bitte die Vorstellung an ein Instrumental mit anschließender Bridge.)

Das Ich war nur das Taxi, das dich auf diesen Abweg gebracht hat. Sind deine Instinkte reif genug, dich aus dem Taxi herauszutrauen? Mit der Bejahung dieser Frage beschäftigt, kann ich dich erstmal in die Nacht schicken. (An Stelle dieses eingeklammerten Satzes bitte die Vorstellung an einen passenden Refrain für diesen Text.)

(2)
"Übertreibe, übertreibe!", ist alles was ich schreibe.

Je schwächer das Ego, desto mehr nimmst du die Welt wie in deinen Träumen wahr. Die somnische Hypnose kurbelt das Selbst runter, wie die Androhung der Waffe des Polizisten für die Herunterkurbelung der getönten Fensterscheibe und die Übergabe sämtlicher Papiere an die Traumbehörde zuständig ist. Je schwächer das Ego, desto mehr nimmst du die Welt wie in deinen Träumen wahr.

Vermutlich haben die mittelmäßigen, grammatikalisch schiefen, faktisch inkorrekten, krummen Sätze mehr mit mir Gemeintun als solche besten Sätze wie diesen hier.

Hätte ich noch zu etwas Bezug, würde ich lauthals vom Stuhl fallen.

Ein befreites Ich hat nur noch zwischen den Sätzen Platz, zwischen allen Sätzen.

Wenn du mich jetzt nicht umarmen willst, hast du vielleicht diesen Satz verstanden, aber noch lange nicht die Leere, den Bruch, den Alptraum, für den ich zuständig bin, sobald mich jemand abnickt.

Solange wir unsere Realität nicht unserem Selbstentfremdungserleben angleichen, werden wir die glücklichen Blabla-Prediger in der Großen Maschine bleiben können.

Hiermit spreche ich mich deutlich für den Missbrauch von Dextromethorphan aus. Ich wäre gern Mitglied der Sturmabteilung einer Pro-Dextromethorphan-Bewegung.

15 September 2015

15.9. - Bewegungsdrang abgewürgt

Ich bin so angespannt - ich will mich bewegen
doch es gibt einfach nichts zu tun und
die Energie die aus mir heraus will
richtet sich bald gegen mich.

Wir sollten endlich alle passiv werden
um uns nicht weiter ins Unglück zu verstricken
Eine Parallelwelt des Nirgends, ohne Grund jemand zu sein.
Wir haben zum Glück keine Ahnung,
was hinter der Zivilisation auf uns wartet.

Hast du Lust, deine Gehirntätigkeit zu verändern?
Du wirst immer noch die Kontrolle über dich haben.
Ich spüre eine Hysterie hinter deiner Coolness.
Wir haben unterschiedliche Väter,
deshalb ist es nicht verwunderlich, dass wir
in zwei verschiedenen Welten leben.
Findest du es nicht auch irgendwie beruhigend,
dass wir nur Halbbrüder sind?

Unter einer gemütlichen Brücke zur Abenddämmerung,
zwischen Abendbrot und Schlafengehen.

Eigentlich bin ich sehr einfach,
eine weiche Euphorie fängt mich ab
treibt mich zu Weitschweifigkeit
lässt mich um die Musik wirbeln
mein Körper schläft und tut nur das Nötigste
und er tut es gut,
ich kann mich gut mit mir identifizieren,
wenn mein Körper nur das Nötigste tut,
wenn ich nur das Allernötigste denke und sage.
Diese schöne Not ist die ideale Umgebung
für existentielle Freuden zwischen Denken und Sprechen.

Alles steigert sich
und die Worte sind nur das Geländer
um nicht mitgerissen zu werden vom warmen, kristallklaren,
schillernd strömenden, glatt-rauschenden Strom der Wahrnehmung.
Eine universale Gleichförmigkeit kanalisiert meine Lebensenergie
aus der Hektik dieses Jahrhunderts.
Ach, ich kann mich unmöglich weiter konzentrieren.

Ich befinde mich in einem Zustand der Indifferenz.
Ich weiß nicht, was wahr ist.
Meine Eigenschaften und Nichteigenschaften fließen ineinander.
Ich weiß nicht was ich in mir sehe, was andere in mir sehen.
Du siehst etwas in mir... soll mich das gruseln oder erheben?
Erhebender Grusel der Desorientierung.

14 September 2015

14.9.- Kurznachrichten

(1)
Es ist wichtig zu beachten, dass regelmäßige Marihuana-Konsumenten in einer Parallelwelt leben, in der die Dinge anders funktionieren können. Die Entdeckungen, die man dort macht, werden erheblichen Einfluss auf die bürgerliche Gesellschaft und ihren Niedergang haben. Wir können es jetzt noch nicht richtig erkennen, wie der Einfluss genau aussieht. Bestenfalls unterstützen sich die beiden Welten gegenseitig. Niemand schickt Rauchzeichen von so weit vorn. Ich erschlage die Mücke, die mich die letzte Nacht mehrmals aufgeweckt hat. Was hat die sich vollgefressen! Wenn ein Lebewesen zu mehr als 10 Prozent aus deinem Blut besteht, darfst du über seine Existenz verfügen wie es dir passt.

(2)
Der Umstand, dass ich nichts verstehen muss, hält schützend seine Hände über mein Gehirn. Es ist nicht nur ein Gedanke, sondern ein objektiver Umstand. Ich kann ihn nur deshalb erfassen, weil er so offensichtlich ist: ich muss nichts verstehen, ich kann mich überall raushalten. Wie automatisch fahre ich mit den Worten über das Ruhekissen des Augenblicks und tümmel mich auf dem vom Tageslicht destabilisierten Markt meiner Gedanken. Cannabis zeigt, dass bestimmte Erkenntnisse nur in bestimmten Stimmungen erfasst werden können, nur an der Oberfläche und nur für eine kurze Zeit. Vielleicht schreibe ich jetzt nur, weil meine absolut berechtigte Scham ausgeschalten ist. Was nützt es, sich hier zu drehen? Der Rausch ist vielleicht ein kaum genutztes Portal zu tieferen Schichten. Wäre ich ein Zwerg, so würde ich lauthals vermuten: "Jeder kann das Portal auf- und wieder zumachen, aber niemand geht durch." Solang solche Texte nicht gelesen werden wie Kurznachrichten aus einer anderen Welt, solang wird die Gesellschaft vor den stagnierten Herzen der Mächtigen in die Knie gehen.

(3)
Wenn man gute Freunde hat, muss man niemals seinen Frieden mit der Welt schließen.

(4)
Nur wenn ich gerade nicht schreiben kann, fühle ich mich, als würde ich mir keine Karriere erkrampfen. Ich darf mich nicht mehr rühren, kein Wort mehr sagen, keinen Fortschritt anstreben: endlich zwinge ich mich nicht mehr, fröhlich zu sein, endlich werde ich plausibel. Ich wünsche mir eine Welt, in der sich plötzlich niemand mehr mit seiner Arbeit identifizieren kann. Apokalyptisch-plüschige Loslösung. Die Kunst hat die Aufgabe, die Distanz zwischen Staat und Leben zu vergrößern.

(5)
Ich will in den verbotenen Garten. Eine schwarze Sommerpause.

(6)
Am Freitag kommen die Bagger und ich weiß nicht wohin. Hin- und hergeschubst von meinem Liebeskummer zwischen blumiger Koffein-Manie und ätzender Schlaflosigkeit, süßen Träumen und Meditationen kann ich keine Wurzeln hier schlagen, alles wird mich überrollen und ein unendliches Glücksgefühl wird mich durchfahren.  Ich trainiere mir schonmal den richtigen Gesichtsausdruck an. - Die besten Veränderungen sind die, die man nicht selbst herbeigeführt hat. Außenwelt, komm ganz dicht an mich ran! Eine Bruchlandung mit grauem Konfetti im Haar. Ich will mein Leben in einen existentialistischen Westernfilm verwandeln. Ich denke nur noch daran, wie all die Leute, die ich auf dem Weg in die Stadt treffe, sich in ihrem Leben fühlen und welche Rolle ich in ihrem Leben spielen würde, wäre ich ein Teil davon, so wie meine Freunde Teil meines Lebens sind. Jeder hat eine Funktion. Was sehen die Leute in mir? Mit welcher Filmfigur würden sie mich vergleichen? Verstehen die Leute, was ich mir von meinem Abstieg verspreche? Ich bin ein offenes Haus, in dem tausende beschriebene Blätter im dramatischen Abspann-Songs kreuz-und-quer herumflattern. Mit welchem Song sollte ich diesen Abschnitt meines Lebens unterlegen? Ich verkrampfe mich, bis meine Verkrampftheit überspannt und mich wieder freilässt. Das immergleiche Aua und Oha. Niemand ist hier, ich bin unten angekommen, denn es gibt nichts mehr zu bezweifeln.

09 September 2015

9.9. - Am Rand der Angst

Musik schaufelt.
Mit diesem Gedanken komme ich aus der Küche und behaupte mich dieser Welt gegenüber. Was hält uns auf, einfach auf dem Boden zu kriechen? An dieser Antwort knirschen wir die Realität in die Welt wie unsere Zähne. Ich nähe mit Worten einen fliegenden Teppich. Warum bleiben wir nicht alle mal ein bisschen stehen? Hier unten, auf der unendlichen Kellerparty der Dissoziation, haben wir Einiges gemeinsam, mehr noch als ohnehin schon: wir müssen näher heranrücken, um das Chaos zu mehren, um so schließlich die Möglichkeitspalette für den ganzen Kontinent zu erweitern. Was kann man von der Wirklichkeit sehen, wenn man sich mit Anderen wirklich verbindet? Ich bin untrennbar mit der Welt und ihren Ereignissen verbunden, die Verantwortung die ich für mein Leben habe, ist die gleiche die ich für den ganzen Planeten habe. Ich bin in der Welt und hinterlasse permanent Wirkungen, stabil getragen von Musik, die mehr mit meinem Gesicht zu tun hat als mein Körper. Wir arbeiten alle an einem abstrakten Gesicht. Wir sind fröhliche Energie. Das hier ist das Essenzielle, die Bewegung, das Leben. Du weißt genau, was du bist: ein Körper. Was soll der Körper machen? Der DXM-Rausch drückt an diese Frage, er konzentriert auf die Unmöglichkeit diese Frage zu beantworten. Sind die Dinge die passieren, gut oder schlecht für mich? Weil ich nur meine Wahrnehmung bin, ist alles gut für mich, was meine Wahrnehmung erweitert und verändert. Meine Weigerung, mich als feste Person, als festes Schicksal zu denken, stützt sich auf all meine Empfindungen, lediglich das Ideal eines festen Ichs sitzt mir noch auf den Nerven, es suggeriert mir einen Verlust, den es nie gegeben hat, weil es nie gab, was hätte verloren gehen können: ich bin die Marionette meiner Gedanken, Empfindungen und Träume, ich bin der Sklave meiner Möglichkeiten, ausgepeitscht von Unmöglichkeit und der Sinn des Lebens ist es, Spaß zu haben und Spaß zu verbreiten: der Körper ist ein Spielzeug, mit dem die Seele Spaß haben muss, um sich zu erweitern und wenn die Seele größer wird, wird auch der Spaß größer.

Ich spüre, dass ich nur bei mir ankommen kann, wenn ich in panische Todesangst fliehe. Anders komm ich nicht in meine Substanz. Ich muss alle möglichen Konsequenzen aus meiner Unfähigkeit ziehen zu wissen, was mein Herz alles noch mitmachen kann.
Eingesperrt in Tätigkeitslosigkeit bleibt dem Menschen nur, das Vertrauen in sich zu verlieren und seine Existenz mit Dextrometorphan aufzuknacken. Am Ende der Sackgasse ist der Tod kein Einwand mehr.
Die Panik entkleiden, indem man sich bewusst macht, dass Gefühle wie Zuversicht und Heiterkeit völlig unangebracht sind. Die Tatsache, dass es nicht feststeht, ob das Leben schön oder nicht schön ist, ist die Klippe, an der ich zittere.
Ich darf das, was ich eben geschrieben habe, nicht lesen.
Ich habe noch nie so eine ernste Droge genommen und glaube, ich war schonmal hier. Häufiger als ich die Droge genommen habe.
Indem ein fröhliches warmes sonniges Lied langsamer und halliger und kälter wird, verzieht es sein Gesicht, eine düstere, böse Fratze wird deutlich, die eine kaltherzige Reaktion auf das glühende Elend in meinen Eingeweiden ist. Die Leere, die das im DXM-Rausch abhanden gekommene Ich hinterlässt, macht es möglich, dass die Musik körperlicher wirkt, ein düsteres Streicheln ohne Anfang und Ende. Ich will nicht genießen, dass ich nicht weiß, ob ich gleich sterbe. Ist die Tatsache, dass gleich alles vorbei ist, etwas fröhliches? Sehe ich meinen Zusammenbruch ankommen? Kann ich ihn herauf- und herabbeschwören?
In mir erwacht ein heftig zitterndes Bedürfnis nach etwas, das ich mir nicht richtig bewusst machen kann, ich kann nicht in die Zukunft sehen und mich auf keine Vergangenheit verlassen, soll ich mich meinem Körper ergeben?

Womit wir uns umgeben, bestimmt unsere Wirklichkeit! Deshalb lebt Mandy vom Roten Berg in einer anderen Welt, weil sie andere Musik hört und andere Gedanken denkt. Ästhetik ist der Versuch, Menschen unterschiedlicher Welten zusammenzubringen.

Wenn wir das Leben als Substanz begreifen, sind wir näher an uns dran.

Deine Zukunft ist dazu da, dich nicht im Unverständnis deiner Gegenwart zu verlieren. Die Abwesenheit von Schmerz ist der Himmel, unter dem alles möglich sein will. Dass sich Lieder in der Playlist wiederholen ist wichtig... Die Wiederholung lässt die Essenz der Musik in jede Faser steigen. Bei der Formulierung des Satzes habe ich gemerkt, dass man nur ein Meister sein kann, wenn man eine dilettantische Distanz zu seinem Fach hat. Auf den Möglichkeiten, die das Reibeisen dieser Überlegung hat, herumkauen, heißt, zu verstehen, wohin die Reise mit meinem angespannten Gesicht gehen kann.
Was kann die Menschheit mit meinem Körper anfangen? Warum verliebt sich nicht jeder in mich? Ich stehe mit einem Bein auf der vibrierenden Weltbühne vor einem rauschenden Wasserfall. Die Sinne nehmen wahr - aber was machst du damit? Willst du dich grundlegend verändern? Oder willst du so bleiben wie du bist? Das ist die grundlegende Frage, die sich wie eine Fahne dem Sonnenaufgang entgegenstreckt. Hiermit habe ich eine Parallelwelt aufgemacht. Kann es sein, dass ich schon eine Bedeutung habe? Die Gefahren der Droge kann ich nicht ernst nehmen, sie sind gar nicht da.

Das Interessante am Rausch ist immer, dass man die Kontrolle abgibt. Man lässt sich von etwas Anderem tragen. Etwas das elektrisch blumig plusternd im Fleisch zittert und Impulse a bgibt aus einemk saftigen Fleiscch Die Rechtschreibefehler sind großartigst. Sie entstprechen dieser wunderschönen Unordnung.

Mögliche Aufgabe der Kunst: sie soll den Menschen helfen, sich bestimmte Sachen zu entwöhnen.Vielleicht wird man mich gut verkaufen können als Indiana Jones der in den Katakomben der Depersonalisation.nach Frühstücks-Aufstrich sucht. Das ganze böse-rot mit hartem Schleim umrandet und frech an die Wand geklebt: "ICH BIN AUF DEM WEG!" - Ja, der Wahnsinn ist ein überraschend entspannter, fröhlicher Weggefährte. Warum machen wir es uns nicht einfach mal schön? Diese Frage muss sich die Menschheit zu einem melancholischen Lied im Hustenstiller/Cannabis-Rausch stellen. Und genau das ist meine Aufgabe: die Menschen dazu zu bringen, Grenzen zu überschreiten.
Man kann die Welt nur verändern, wenn man die Menschen verändert. Deshalb muss es solche Sätze geben. -> Sofort an die FAZ schicken!!! Selbsterkenntnis bringt alles zum Taumeln. Entspanntes sanftes Glücksgefühl im Zwischenraum. Ich stecke gerade in der Grundlage dessen, womit ich mich mein Leben lang beschäftigen werde: deswegen kribbelt es so...
Kunst liefert einen Maßstab für Wahrheit, indem sie sich einem Gefühl entgegenhält. Sie ist das virtuelle Geländer unserer Gefühle.
Ich bin ein Funken der überspringen will...Kann sein, dass das schonmal formuliert wurde... im Bett liegend... ausgestreckt über die letzten 10 Jahre ...



07 September 2015

7.9. - "Nur das Bewusste wird lokal im Gehirn erzeugt"

Wenn ich Lust auf Cannabis habe, dann nicht, weil ich konkret die Wirkung will, sondern weil ich einfach etwas machen will, mit dem ich eine angenehme Wirkung verbinde. Die Lust ist nicht an die Erinnerung an die Wirkung gekoppelt, sondern an die Handlung, die zu dieser Wirkung führt. Das Gehirn ist klug genug, mich nicht an diese komplexe Substanz zu hängen, die ich nicht begreife. Es macht es ganz einfach: es hängt die Lust an die Konsumform.

Ich habe gerade den idealen Abstand zur Wissenschaft. Ich weiß genau so viel, wie ich wissen muss. Ich hänge keiner Lehre an, ich erspare mir Wortwitze mit Leere und weiß nicht, warum ich mich für ein Publikum in Genre- oder Selbstbild-Formen stecken soll. Wie kann man überhaupt an ein Genre, einer Gattung hängen? Indem man seine Gefühle anpasst. Einen Schritt weiter: Woran passt man noch seine Gefühle an? An die Mitmenschen, das Wirtschaftssystem, Musik, Bücher und andere Kunstwerke. Ich gebe Euch mein Taumeln, oder zumindest einen Pfeil auf das, was ich erreichen will: die Grenzbereiche des Selbstgefühl nach Möglichkeiten erkunden, das Leben als solches zu erweitern, bzw. das Bewusstsein darüber, dass das, was uns ausmacht, viel mehr ist und wir in unserem Alltag nur auf eine weiße Wand starren verglichen mit dem, dem wir unsere Aufmerksamkeit stattdessen hätten widmen lernen sollen. Vielleicht kann man den Schlägen der Augen der kaltherzigen Mutter niemals ausweichen und die Wunden niemals vergessen. Als Kind ist man so extrem weich - man ist von allem beeindruckt. Wie sehr dominiert das Gesicht der Mutter die Realität!? Totale Abhängigkeit. Man lernt, wofür man gelobt und getadelt wird. Um das Trauma ständiger Bestrafung zu verarbeiten, entwickelt sich ein Schutzmechanismus: das Ich. Es ist der Verwalter zwischen dem, was man will und was man darf, sondern auch zwischen dem, was wahr ist und was falsch. Mutterliebe prügelt unsere Aufmerksamkeit und Bedürfnisse auf das für diese Gesellschaft nötige und erträgliche Level. Vielleicht ist es möglich, dass diese Gedanken in der Lage sind, mich in ein paar Sekunden hinter den Regenbogen zu führen. Und wenn nicht, lohnt es sich dann, es weiter zu versuchen? Hier muss ein ästhetischer Leser antworten - oder ein ergebnisoffener Neurologe.

Die Menschen sind sich alle so ähnlich, sie kopieren alle bestimmte Lebensentwürfe. Das was die heutigen Menschen (im Neoliberalismus, Anmerkung meines Mitbewohners) unterscheidet ist banal verglichen mit dem, was sie vereint. Die gleichen Bücher, die gleiche Musik, die gleiche Auffassung von Realität. Und auch ich kann nur kopieren: Worte, Stile, Haltungen, Träume... Individuum sein bedeutet, das auszubeuten, was die Anderen noch nicht angegriffen haben. Ich hänge wie ein zerknittertes und leicht angekokeltes Nirvana-Plakat an einer Garagenwand.

Du bleibst solang ein Hampelmann der Anderen, bis du verstehst, dass jeder Selbstmord ein fröhliches Ereignis ist.

Wer an seiner Sexualität und an seiner Unfähigkeit extrem panisch zu sein hängt, wird niemals hinter die konstruierte Wirklichkeit seines Gehirns kommen. Das Gehirn muss gebogen werden, keine Axiome dürfen sich mehr halten können. Deshalb ist der Skeptiker - solang er alle Zweifel verinnerlicht hat und nicht bloß ein Hampelmann des Skeptizismus ist - besonders geeignet, sich in der Welt jenseits bewusster neuronaler Prozesse umzuschauen: denn er ist offen genug und im Idealfall von nichts zu beeindrucken. Also gut....Ich werde heute, 3 Tage nach der letzten DXM-Erfahrung, nochmal 24 Kapseln, nein, lieber erstmal 18 nehmen und genau hinschauen, was alles passiert mit meinem Ich, was es mit der Angst, der Bedrohung, der abgrundtiefen Düsternis und Beklemmung auf sich hat. Ich schaue mir eine Dokumentation über Zeit zur Vorbereitung an.

Und noch eine über das Bewusstsein.

Ich behaupte versuchsweise folgendes: der anatomisch spät reifende dorsale Frontalkortex kontrolliert alle Empfindungen, die von unten aus dem Körper ins Gehirn steigen. Aus der Gewöhnung daran, was zugelassen und was abgewiesen wird, entsteht das Ich-Gefühl und mit ihm eine Interpretation der Wirklichkeit. Unser Konzept von der Realität ist gebunden an Tätigkeiten. Wenn wir nichts tun, uns den alltäglichen Reizen entziehen, dann kann sich vielleicht das Gehirn auf längere Sicht umstrukturieren. Drogen wie Gras, LSD und DXM erweitern unser Bewusstsein, sie versetzen uns kurzfristig (wenn wir auf ihnen "hängenbleiben" auch langfristig) in einen nicht-alltäglichen neuronalen Zustand, sie erweitern unser Ichempfinden oder lösen es sogar auf, sodass wir die Wirklichkeit nicht nur anders wahrnehmen, nein wir gestalten sie auch erst zu etwas ganz anderem. Wenn die Wirkung nachlässt und die Ichstrukturen wieder aktiviert sind, gelangen wir wieder in das Universum, in dem wir bloß Drogen genommen haben. Indem wir Drogen nehmen, verändern wir das, was wir das Univerusm nennen, indem wir Drogen nehmen. Die Welt sieht wirklich so aus wie unter Einfluss der genannten Droge: denn die Wirklichkeit hängt immer von unserem Gehirnzustand ab. Das bedeutet z.B.: wir hören auf zu altern, wenn wir unsere Wahrnehmung lang genug auf das Jetzt richten und wir unsere Erinnerungen und unsere Erwartungen vergessen. Aber: würden wir in diesem hermetischen Kloster der Gegenwart ohne unser Wissen von Wissenschaftlern beobachtet, würden sie feststellen, dass wir altern. Aber: das können sie nur, weil sie sich in einem ganz anderen Universum befinden, nämlich in ihrem eigenen, das von ihrem Ich, ihrem Zeitgefühl, und wohl auch ihrer Moral und ihrem Gesellschaftssystem geprägt wurde. Der nicht-alternde Asket und der rationale Wissenschaftler leben nicht im selben Universum, deswegen können sie beide real und irreal zugleich sein, je nachdem, in welchem Universum man sich befindet. Wer im LSD-Rausch meint fliegen zu können und aus dem Fenster springt, kracht in dem Universum, indem er von rationalen, nüchternen Menschen beobachtet wird, auf den Boden und ist tot, aber in seinem eigenen Universum lebt er weiter. Obwohl alles, was er ist, an seine Hirnfunktionen gebunden ist und ein auf dem Boden zerschelltes Gehirn nicht mehr arbeiten kann, hat ihn der Rausch in eine Realität katapultiert, in der er wirklich fliegen kann, eine Welt, die man niemals denken und beschreiben kann, wenn man sie nicht betreten hat. Springt der LSD-Konsument nicht und verfängt sich am Ende des Rausches wieder in seinem Körper und der an ihn gebundenen alltäglichen Realität, hat er den Absprung in ein anderes Universum - zu seinem Glück oder Unglück - nicht geschafft. -- Wenn das alles nicht stimmen sollte, funktioniert der Text trotzdem als Beschreibung meines Faibles für Schizophrenie.

"Nur das Bewusste wird lokal im Gehirn erzeugt."

Geformt aus Begriffen, Erinnerungen und Erfahrungen (aus denen sich das Werkzeug der Logik zusammensetzt) klafft das Ichbewusstsein wie eine Wunde im Gehirn des asketischen Menschen, die nur die Zeit heilen kann. Bestimmte Drogen können vielleicht unter bestimmten Umständen diesen Heilungsprozess beschleunigen. Welche Drogen und welche Umstände das sind, das muss die Wissenschaft, auch in Zusammenarbeit mit der Kunst herausfinden.

7.9. DXM (diesmal fröhlich)

Fröhliche Musik kann dich nicht beruhigen,
denn auch zu fröhlicher Musik kannst du sterben.
Alle deine Hoffnungen sind nicht angebracht,
nichts von dem was du dir vornimmst, wird sich erfüllen,
aber bist du da so verschieden von Anderen?
Vergleiche dich mit Anderen!
Es ist nicht klar, was sie für eine Bedeutung für dich haben.
Deshalb ist die Angst vor Ihnen angebracht.
Du bist eine Maschine und kannst nicht auf alle Sentimentalitäten Rücksicht nehmen.
Ohne Ich könnte sich der Körper rächen für die Jahre lange Erniedrigung.
Es gibt keinen Gott - also darf es kein Ich geben.
Niemand ruft mich.
Der Text kann nur verstanden werden, wenn man sich von Musik verprügelt fühlt.
Im DXM-Rausch erfährt man, dass es an die Substanz geht, wenn man die Dinge ernst nimmt.
Etwas muss sich aus der Tatsache ergeben, dass ich existiere.
Was soll folgen?
Was soll jetzt folgen?
Vermutlich fährt der Zug nicht nur in eine Richtung.
Solang ich kommunizieren kann, will ich jedes Übel auf mich nehmen.
Mein Gehirn kann die Struktur des Liedes als Wirklichkeit annehmen.
Während man aufwächst, richtet man sich in einer Wirklichkeit ein wie als krabbelte man auf ein gemütliches Hochbett am Ende eines verwirrenden, zerfließenden Tages ohne Struktur. Gebunden an Gesichter und Gerüche und Musik und einer warmen, vibrierenden Lust steuern wir in einen Zustand, den wir als Ich definieren. Gerade wird mir seltsam schlecht flach im Magen, eine zitternde Flachheit, die ganz entspannt und freundlich mein Wesen durchdringt. Die Lust langsam und entspant mit den Zähnen zu knirschen, die weich und warm und fecht sind. Ich habe einen eigenen Rythmus, den ich der Musik entgegenwippe.
Es könnte ja jetzt jemand die Kontroleübernehmen, aber das Gras entsetzt erstmal alle, sie setzen sich erstmal alle auf eine klebrige Folie und sind gerührt davon, das überhaupt etwas passiert, gerührt darüber, dass überhaupt etwas existiert, wie ein Behinderter, der sich irgendwie freut, dass er existiert? oder ist da gar keine Euphorie? Was ein Rausch definbiert ist die Frage, was den Rausch definiert? Das Dröhnen, das fette organische Atmen, Tom Waits hat die Kontrolle über meine Bewegungen, ich binj genau der Kerl, Tom Waits, oder nein,.... entspannen...Wo bin ich gerade taumelnd drübergestolpert? Mein Gehirn pumpt ganz feierlich, fett, bärtig, wie während einer Werbeeinblende. Die Musik kitzelt euphorisch durch den Kopf, während ich auf und ab mich bewege, total in der Gegenwart, irgendwie erwarte ich die Ohrfeige des Vatzers mit Brille, es gab einen Vater mit Brille und einen ohne... Ich bin da auf etwas gestoßen... Das ist ja sonderbar. Ich denke, dass es so ist. Also ist es so oider? Genau so real wie die Buchytaben auf der Tastatur... Was haben wir denn jetzt? Wie funktuioniert das? Ich konstruiere die Wirklichkeit an meiner Schreibm,aschine, also meiner Tastatur, ich erzähle mir die Wierklichkeit. Ich freue mich dass ich das alles hi8er ychreiben kann-. Ich gestalte die Wirklichkeit, alles was ich tun will, kann ich tun, der Traum ist die wirkliche Realität.. das ist es, dahin drängt mich No Reply At All, ich soll hinschuaen, da hin!!! Der Traum ist genau so real. Oder? Alles ist real? DDu brauchst nicht weitermachen... Du kannst aufhören... Hast du es verstanden? Jaa? Du kannst aufhören... Hör doch einfach auf. Hör auf das zu tun, was du bisher tust. Du bist in dieser Rolle drin. Du eilst irgendwo hin... ja wohin? Du bist total erhoben, total berauscht... Das Lied wahr so gut, du bist an der absoluten Spitze, du schie0ßt gerade aus., dein Kinn ist angenehm durchblutet, das Fenster ist offen, totale Euihphorie, sowas schönes, das ist das Ruhekissen des Lebensd. Und wohin? Es ist egal? Absolut egal. Belib einfach hier... ;:-)Ich sitze in dem entspannten Gefühl meines Gesiuchts. Das ist die Wahrheit, die mit einem Porsche angerast kommt aus einber Werbung aus den 80ern.
Ich unterlasse es einfach sozu schreiben wie ich bisher geschrievben habe. Man kann den Körper auch noch ganz anders benutzen-.... das ist die Ausage... Man kann sich kaum halten... Es ist eine sanfte Euphorie, schwingend wie Sledgehammer... Wenn du jetzt beim Lesen verdrießt, dann sitzt du wieder nur in der Patsche... verytehxst du? Wenn du diesen Text bewertest, bist du wieder in der Patsche. Das ist der Zugang, dieses bücherne Metall oder metallene Buch, es ist der Schlü+ssel... Ic h tu nicht nur sop, es geht hier um was echt Wirkliches, ich bin nicht nur ein schriftsteller der was schreibt... ich bin was anderes... ich bin was anderes... ja aber was bin ich denn?? die luft zieht sich zusammen, dass Lied geht ängstlich auf abstand... warum ... ja... so jetzt ist e4s nämlich raus... Irgen dwas ist grad passiert... ich bin an irgendwas gedrückt... ich identifiziere mich sehr gut mit der tastatur... ich bin diese tastatur die ich bediene, ich bin die tastaturt die ich bediene, das alles hier bhin ich, schreibe ich, während ich "sledgehammer" herausgetragen werde, das lied mit schnurrbart wird rausgetragen... ich werde rausgetragen...
Was ist gerade passiert? Ich habe etwas abgespeichert als "Durchbruch"... Das muss da hinten sein. Das alte Ich meldet sich zurück und zweifelt... Ich grinse wie Thomas und verliere mich immer mehr in der Welt, in der ich schreibe. Ja, ich bhabtte gerade den Halt verloren, nein ich hatte den Halt gehabt, ich bin augf dem richtigen weg, ich muss mein Ich an die Tastatur anpassen, ich muss die Struktur meiner Wirklichkeit an die Tasten anpassen. Ich kann auch anders mit der luftigen Maschine umgehen, willst du dass ich falle? Ich könnte aufhören... da war ich stehengebleibene... ich weiß nicht mehr worum es geht, es muss weitergehen oder? muss es weitergehen? kann ich mich ins hier und jetzt vertiefgen? muss die musik fragen was möglich ist. schreibe unglaublich korrekt dabei kommt es mir vor als würde ich nun was wollte ich schreiben ... ich haben wörter die ich benutzen will... da das hier... ich benutze wörter auf einem rythmus,... ich stolpere und mir wird schwindlich, wenn ich nicht an worten hänge oder an oben und unten.... oder ich bewege mich einfach nur ich bewege mich und die bewegung hat keinen sdinn ich bewege michuz ich schreibe ich bewege mich ich schreibe ich bewege mich ich schreibe ich bewegemich ich schreibe ich bewegemich ich schreiube ich bewegemich ... mich ich bewege mich.... (geschreiben zum finale von steam von peter gabriel... wie auf einer werkbank, verschüttetesd gras, elfenbeinturm, i cant dance... egall.. alte phrase... ich bin bereit das zu sein was mir gesagt wird. ich biun nur wahrnehmung von dingen, die passieren. oh gott.. was heißt das? ich muss ide mUisk ändern, i cant dance rappt mir in die parade und ich möchte mich gehen lassen und schmelzen und ich weiß dass ich fest zu mir gehöre deshalb schreibe ich das alles für mich auf denn es gibt nichts was ich sionst mit der existenz anfangen kann als zu dokumentieren dass es mich gibt. ich bin etwas, das ins universum schaut... und was ich jetzt damit mache, ist wessen frage? wessen aufgabe? das ist das ganze dilemma... zumindest auf dieser ebene.... ich glaube, ich schreie wie eine gelbe fahne schräg in den holzwind mein repetatives i cant dance und mein ganzes gesicht wird vom straßenlärm nach hintengezogen in elektrischen welllen die vom bein aus kommen. es ist ganz einfach zu friday im in love. das gefühl, kopfhörer aufzuhaben und nicht zu hören, was ringsherum besprochen wird. mitten auf dem markt. ein schöner freundlicher sonntagshimmelblauer markt. auf dem boden angekommmen, entspannung. wollte ich nicht das lied wechsen? iuch mag total, wie der rausch mich im grriff hat. wie er mich erhebt. wie er mich frei atmen lässt, mich aufrecht sitzen lässt, alles ist eine schöne geordnete welt, ein setzkasten, bestehend aus buchstaben, aus tastatur. alles besteht aus tastatur. der bart des präsidenten besteht aus tastatur und ich merke nicht wirkliczh wie ich ich leertaste drücke beiukm schreiben, wenn ich schreibe, nehme ich wahr, dass ich schreibe, aber vielleicht geht das in eine andere richtung. vielleicht erzäähle ichz hier in diesem Zustand nur, wie ich den Raum bewerte, den dieses leere Blatt bedeutet, das ich im Zeitraffer zuhänge mit Buchstaben., ich hab einen Z-Kopf und boys dont cry. Ich knirsche mit den Zähnen, taste auf die Tasten und bin eingebunden. Warm eingebunden in irgendwas. Worin bin ich eingebunden? nZumindest... na? ja? Zumindest woran bin ich gebunden? Was soll ich tun? Es gibt hier nichts für mich zu tun... außer wahrnehmen....

Wie soll ich sein? Welche Eigenschaften soll ich hbane? Der ganze Satz ist ein löchriger Schwamm, der sich gut anfühlt. Nein, es ist nur die Tastatur, die sich so anfühlt - oder ich sage das einfach nur so, um etwas zu sagen von dem, ws ich gerade tue. Hofffentlich hab ich das abgespeichert, weil es ist total wichtig. Die Tastatur ist nur ein Mittel, mich zu erhalten. Ich bin die Tastatur, ich kommuniziere mit mir selbst. Die Tastatur ist mit allem VerbundenwasIchsagenkann, solbst wenn es so eine schmierige Seife ist wie hier... Ic h bin jetzt nicht gebunden an mein Ich, ich kann freidrehen, ich taumeln, ich verliere die Grammatik, hier sieht die Welt anders aus, oder? Ja, ganz gewiss. Bringt Euch das was? Was soll ich jetzt machen? Jaaaa!!!! Das ist die Frage... Was mache ich jetzt? Ich bin total befreit und klar.... Ich bin einfach ein Mensch, ein Ding der Möglichkeit. Was fangt ihr mit mir an? Welche Funktion habe ich im Großen und Gnazen? Keine... Deshalb liest mich niemand....ich bin ein Niemand..... ich weiß nicht, was ich noch schreiben soll... ich bin einfach nur ein niemand, der herumwohnt und irfgendwann stirbt...so wie jeder andere auch... es gibt nichts mehr zu erzählen.... i turn my face to the highway... ...

Ich glaube das ist der schönste Zustand bisher. 12 Hustenstiller, ein bisschen Gras, ein offenes Fenster, ein sonniger Tag, schöne freundliche Wolken, die Welt funktioniert auf ihre komishce Weise, es passiert einfach irgendwas.... und gerade jetzt ist es richtig so ... also man kann sagen: ja, hier kannst du bleiben, jetzt kannst du es sein lassen, zu schreiben, zu arbeiten, irgendetwas zu tun.... Du bist an deinem Ende. Glückwunsch.




Am Grund der Droge erkennst du nur, dass du dich fragst, welchen Gehirnzustand man als die Realität anerkennen soll. Die Musik scheint das Urteil zu beeinflussen. Ich spüre, dass echte Hände die Musikinstzrumente bedienen. Nein, ich tu so, als würde ich das spü+ren. Und mache es damit erst real. Dieser Satz ist glänzendes Parkett. Das kann man so sagen. Das Gehirn muss es sich nur so zurechtbasteln. Kunst ist demnach ein Mittel, um zwischen beiden Welten zu kommunizieren. Verstehst du? Diese Realität, in der du das liest, ist nicht die einzige wirkliche. Das sage ich wie das grasige Gefühl, das in meinem Kopf lieb und geduldig knistert wie die Flüchtlinge, die endlich zu uns kommen können. Sie kommen endlich zu uns, sie haben überlebt und landen gesund und sicher bei uns. Ich bewege mich wie ein Fisch in weinroterm Kortanzug an einem Hotelfenster auf und ab und tippe etwas in die Textdatei, damit ich bewertet werde. Alles was wir tun machen wir, um Dinge zu bewerten und bewertet zuu werden. Ich werde dazu beitragen, dass man die Wirklichkeit erkennt, nein anders, indem ich mir die Wirklichekit erkläre mit meinen Texten, erkläre ich sie mir, mir allein, so macht es jeder Mensch auch und deshalb glaube ich einen Buchvertrag verdient zu haben hier sehnsuchtsvoll schwelgend in langsamen Wogen der Euphorie zum Ende von Cinema Show von Genesis, total benommen und trotzdem etwas erfassend. Man sieht vermutlich nur, was man sehen will. Ich führe nat+rliche Bewegungen zur Musik aus, die einzig wahre Art zu7 sein. Etwas trägt mich, das mehr ist als mein Wille, etwas weiches, ambivalentes, asexuelles, ein warmer, rhythmischer, euphorisch leerer Zustand. Sanfte Unordnung, wie ein leichtes Windchen im Raum. So viel Energie und Entspannung wie im Traum. - Ich stehe kurz vor meiner Berufung. Bald werde ich berufen. Ich bin bereit zu empfangen. Auf dem weich-flatulierenden Zenit der von Musik getragenen Euphorie meint man, dass nur Musik existiert. Worüber denke ich gerade nach? Es gibt keinen Grund, dass ich hier bin. Die Gesellschaft sagt in ganz vielen Dingen: nein nein nein zu uns. Was habe ich hier zu suchen? Was mach ich überhaupt hier? Das ist die große Frage.... Ist es so einfach? Warum erschlägt mich die Einfachheit? Oder tut sie es gar nicht? Wo steh ich? Habe ich mich gerade nur in Worte geschraubt? Bin ich einfach die falsche Richtung gegangen? Schreiben ist wie abends der Mutter den Tag zu beichten in weichen wogenden Betten. Davon erzählenb, dass man einen Freund gefunden hat, den man liebt. Diese Liebe. Dieser Kaugummie zwischen den Zähnen.  Erstmal macht es keinen Sinn, weiterzuschreiben...

Huch! Wo bin ich jetzt? Ich muss diesen abSatz fettgeschrieben in den Raum stellen, um mich hier zu behaupten. Will ich hier dazugehören? Was bleibt mir übrig? Gehöre ich hier her? Soll ich mich setzen? Irgendwas muss ich jetzt tun oder?

Heute ist der DXM-Rausch sehr freundlich, so frisch und offen und gemütlich wie das offene Fenster und der schöne malerische Tag dahinter. der Tag findet hinter dem Fenster statt, ich sitze jenseits des Tages in meiner Wohnung und tippe twas auf der Tastatur. Ich befinde mich außerhalb der Zeit oder? Oder kommt mir das nur so vor? ch weiß garnicht, woran ich mich halten soll... lieber weiter auf die Umwelt konzentrieren, ja, es gibt ja auch eine Außenwelt, also da ist eine Tastatur, meine Finger, der Fisch, das offene fenster, dann die Musik (Willow Farm, Genesis) und jetzt ein Pfiff und ein Windzug. Jetzt kommt der apokalyptische Teil des Liedes. Ich spüre wie meine Worte zu dem passen, was ich erlebe. Genauer: das was ich erlebe und das was ich schreibe, haben einen interessanten kontrast, der meine realität strukturiert. ich muss mich an ihm aufreiben. schubber schubber schubber. Am Grund der Droge erkennst du nur die Mechanismen, die die Droge an das Gehirn binden. Oder so... tut mir leid dass ich erstmal sabbern muss... es ist mir wichtig zu sagen, dass - ich schaue zurück und lasse mich nicht nerven von meinem Anhalten, es wird einfach immer verwirrender, und damit weicher, ätherischer, die Sonne verändert den Kontrast draußen, am Grund der Droge ... was ist da? wie ein Dämon im schwarzuen Mantel entblößt er sich vor dem Werbeblock, der in die haarige Suppe des Abendbrot fällt: Dort ist er, dieses haarige nervige Monster, diese Erfindung der Medien, ...Wir empfinden unter Droge einen Lebenssinn, der nach dieser Droge giert... Also Droge X macht das leben nur unter Droge X Sinn... mehr ist es auch nicht.
Ich schreibe mal schnell, mal total langsam. Ich habe keinen Schnauzbart. Ich wiederhole den Satz in Gedanken solange, bis ihr mir glaubt, dass ich etwas zu sagen habe... There is an angel standing in the sun...

Vielleicht stehe ich auch nur kurz davor, die Welt so zu verstehen wie alle anderen auch...
Vielleicht befinde ich mich seit Jahren in einer Wahnwelt, in die mich meine Schlaflosigkeit, meine Arbeitslosigkeit, meine Einsamkeit gebracht hat... Wer weiß wie bestimmte Musik oder Bücher mir die Welt verbogen haben... oder schlafe ich jetzt einfach nur ein? Oder fühlt es sich nur so an?

Vielleicht versteht man die echte Welt, oder wenigstens eine neue echte nur, wenn man sich mit jemandem unterhält, der Drogen genommen hat. Vielleicht bin ich der Schlüssel, vielleicht muss man mich endlich mal irgendwo reinstecken, sage ich ungeduldig in einem Plüschkostüm sitzend und mit dem Hinterteil wackelnd. Huhu! Ich kann nichts lustiges schreiben. Ich kann nur auf Dinge zeigen, die dich dazu bewegen ... na du weißt schon... na geh halt ... los!
Permanent das Gefühl haben, gleich zu entdecken, dass es auf nichts ankommt, weil es keine Fressfeinde mehr gibt und das Essen ohne Arbeit zu uns kommt. Nutzlose Menschen ohne Bedürfnisse. Niemand macht was mit uns. Haha... Ja. Niemand macht was mit mir. Ich arbeite nicht, ich lebe mit niemandem zusammen, ich habe keine Verpflichtungen... Ich spiele absolut keine Rolle im Großen unbd Ganzen und muss nichts weiter tun als essen, schlöafen, und so weiter. Das Leben ist ja genau das: die biologische Existenz. Wie wir diese Existenz verbringen, liegt bei wem? Wer sagt uns, wie wir mit unserer körperlichen Existenz umzugehen haben, wenn wir ganz alleine sind? Wenn wir keine Arbeit haben? Hier gibt es nichts zu tun! Wir sind Gespenster. Wir werden immer mehr... Wir drängen uns immer mehr an... Wir werden immer mehr... Nutzlose Menschen auf einem immer lebensfeindlicher werdenden Planeten. Irgendetwas wird uns überwältigen. Irgendeinem Prinzip, irgendeiner Großen Ordnung werden wir uns opfern! Wir können trotzig saufen und tanzen, der Kern bleibt hart und glühend in den Augen des Lesers ein Zwinkern. Was gibt es noch zu tun für die, die keiner gebrauchen kann für seinen Wahn? Wir sitzen in der Geschichte und wissen nicht, wohin. Wir können nichts mehr glauben, wir können uns nicht mehr artikulieren, wir mussten uns auf der letzten Pressekonferenz übergeben und das war kein Scherz! Versteht ihr, dass jetzt ein anderer Wind weht?
Ich muss endlich meine Texte ernst nehmen. Sie sind die einzigen, die mich definieren. Ich muss ein Schriftsteller werden. Ich brauche den Status, um eine Art Medium, eine Plattform zu gestalten. Ich muss halt irgendwie zeigen, dass es mich gibt. Bin ich eine Fame-Hure oder ein geniales Gespenst oder eine herunterfallende Glühbirne oder nur eine doofe Glübirne die versucht etwas zu schreiben. Ich weiß es nicht. Panik will mich ergreifen, weil ich nicht weiß, ob ich ein Versager bin. Nüchtern erkläre ich mit bleichem Gesicht den Rausch für die Beantwortung dieser Frage zuständig, im Rausch selbst bin ich nur ein Kasper mit grünem Gesicht.
Vielleicht ist mein Lebenswerk getan.
Was kann ich mir und der Welt noch aus diesem rausch ziehen - abgesehen von der violetten
Notiz: da ist noch was... da ist noch was (gelesen zu carpet crawlers )

Rede dir mal kurz folgendes ein: dein Leben ist dazu da, dass du erfolgreich wirst, hast du also die Kraft, alles nötige zu tun, um das zu erreichen?  (Mit dem Satz vor dem Doppelpunkt habe ich den stickigen Raum/Saft nach dem Doppelpunkt gelüftet) Wirst du die notwendigen Dinge schreiben? Wirst du dich um Lesungen kümmern? Wirst du dafür sorgen, dass du auffällst oder nicht? Das ist die Frage, um die sich alles dreht. Die ganzen Blume-Aufzeichnungen wollen dich nur an den Anfang deiner Schriftsteller-Karriere drängen wie zu einem offenen Fenster, aber "wen interessiert's?" Diese Frage hast du dir sogar in die Küche des Hauses geschrieben, in dem du vorher gewohnt hast. Du hast dich nicht um die Konsequenzen dieser Frage geschert und dich abgelenkt mit Internet, Liebeskrams und deinem ewigen weichen rosa-schaumstoffnen Hoffen. Lass dich fallen in deine Hoffnung, hauptsache es entsteht etwas daraus!!!!!

05 September 2015

DXM (halbwegs gescheitert)

Ich sitze in einer leeren Kneipe, trinke mein erstes Bier dieses Jahres, es wird Frühling und ich lese den Brief, den ich an mich selbst geschrieben habe, um mich zu beruhigen, wenn mich ein von Cannabis und DXM hervorgerufener Panikschub aus dem Konzept bringen will. Es ist schließlich wichtig, erstmal anzukommen: "Es ist nicht schlimm, sich ab und an vom Ich zu entfernen. Es gibt eine Zukunft, in der du wieder bei dir bist. Dort ist kein Ziel nötig oder eine Aufgabe, es reicht die Lust an den Sinnen auszukosten. Ekstatisches Bewusstseins-Fleisch. Hier gibt es Gegenstände die nützlich sind, um das Leben angenehmer zu machen. Der Ernst der Existenz geht nie weiter als ein fröhlicher Popsong aus den 70ern. Get right back to where we started from. Die Verkrampften entkrampfen sich und bekommen Lust auf eine dramatische Veränderung der politischen Verhältnisse. Generalentspannung entfacht Phantasie. Es ist nicht lächerlich, sich eine bessere Gesellschaft zu wünschen und alles dafür zu tun, dass eine Veränderung möglich ist. "So wie das Meer ist das Leben, ewige Ebbe und Flut ... Du musst entscheiden wie du leben willst, nur darauf kommt es an!", Hildegard Knef verbeugt sich und stolpert elegant von der Bühne. Ich bestelle noch ein Bier und versuche, eine Weile an nichts zu denken. Unmöglich. Ich bin gezwungen, an mein Leben zu denken.

Die Bedingungen haben sich weiter verschärft: eine neue Wohnung, widerliche Mitbewohner, die stinken nach nassen Pferden und rotzen auf den Boden und essen immer den selben Fastfood-Shit und ich hab zu wenig geschlafen, deshalb freue ich mich, heute an Gras gekommen zu sein und wie Anfang des Monats zwei Packungen Silomat-Hustenstiller. Ich zögere etwas und glaube, erst etwas Interessantes mit meinen Möglichkeiten zu machen, wenn ich das Zögern überwinde mit Gedanken wie "Das schlimmste was passieren kann ist..." Ich weiß nicht wie der Satz weitergeht. Deshalb muss ich einfach weitergehen. Das schlimmst, was passieren kann, ist....

Zuhause angekommen. 23:40 Uhr. Alle 24 Kapseln sind in den Magen gefahren zu "Love makes me do foolish things" von Martha Reeves. Insgesamt 12 Euro bezahlt, wie für eine Zugfahrt nach Weimar und zurück. Jeder Ausflug ist anders, und auf manchen scheint man einen derartigen Skandal aufzudecken, dass die ganze, zumindest westliche Zivilisation ins Stocken geraten würde, wenn sie die gleiche Erfahrung mit der Droge machen und ihre Konsequenzen daraus ziehen würde. Der erste Skandal, an den ich mich überhaupt erinnern kann, war für mich der Tod. Für einen anderen Skandal hatte ich schon lang die Augen offen: den Skandal des Ichs, das ein noch viel großeres Geheimnis ist. Behauptung abgeschlossen. Irgendwie stehen diese beiden Skandale in Zusammenhang. Vielleicht komm ich heute Nacht weiter. Puh, ein bisschen schlecht ist mir. Hatte die letzten 8 Kapseln aufgebrochen und in Wasser gelöst, absolut widerwärtig, vielleicht kotze ich meinen Fahrschein wieder raus. Bäh! Ich esse etwas Ingwer. Oder auch nicht. Ich freu mich so auf den schwitzig-schmierigen Skandal, den ich im hitzigen Höhepunkt des Rausches erfahre.

Mein Bewusstsein ist ein neurochemischer Eintopf. Ich werde matter und der Blick verschwimmt. Wird mein Herz auch diesmal diese Anstrengung mitmachen? Ich fühle mich so als würde ich nicht mitkriegen, wie ich auf einem Motorrad mit 60 Sachen einen steilen Berg herunterrase. Wie werde ich das Kotzen gleich feiern! Es wird immer wärmer und ich hab die klare Vorstellung, dass Leute in mir fröhlich schreien und mich erheben über den alltäglichen, glanzlosen Unsinn und ich sage mir, dass ich keinen Fehler gemacht habe. Es fühlt sich so an ,als würden mir alle Leute eine Frage stellen, als wäre ich im absoluten Zentrum des Geschehens, als müsste ich mich permanent rechtfertigen. Ich höre nicht alles von der Musik, die im Hintergrund läuft. Bestimmte Instrumente sind einfach weg, der Song ist viel geräumiger, ich höre ihn mir von unten an, ich steige in ihm herum, das hier ist ein ernstes Lied, alle Musik ist ernst und heiter. Sollte es zumindest sein, hier wird die Stimmung jedenfalls sehr düster plötzlich. Was bedeutet es, wenn mich jemand ernst anschaut? Hat er ein Recht auf mich? Muss er mich nicht für meine Ratlosigkeit bedauern?

Ich beobachte Kotzefühl. Was noch? Ich kotze langsam in die Teekanne. Die Mitbewohner leben viel zu nah. Wer bin ich? Was mach ich mit meinem Leben? Was fang ich mit mir an? Die Fragen zerren mich nach oben. Die Musik ist absolut ernst und lieblos, ein gespenstischer Druck, ich fühle mich extrem bedroht und glaube, dass ich gleich auffliege, ich werde gleich für immer in eine furchtbare Hölle geschickt. Himmel und Hölle sind in uns - nach all den Jahrtausenden der Suche haben wir sie gefunden. Wofür werde ich bestraft? Ich lebe unter den Blicken der Mutter, die so kalt sind, dass ich weinen könnte. Kann man so sehr der Liebe entbehren, dass man glaubt, gleich zu sterben? Wer hätte gedacht, dass es so gefährlich sein kann. Meine Hände kommen mir so klein vor plötzlich, ganz kleine, schmierige Hände, ich stelle mir vor wie mich meine Mutter vorwurfsvoll, enttäuscht, böse anschaut. Sie will mich erschlagen. Weil ich unfähig bin, etwas mit der Materie hier zu machen, in die ich gestürzt bin. Was ich in mein Gehirn tue ist eine öffentliche Frage scheinbar, etwas sagt mir, dass andere Menschen über mich verfügen. 
Ich höre so viel Düsternis und Feindschaft und Vorwürfe aus den Liedern. als würden sie bitter sarkastisch sagen wollen: "Du hast es jetzt endgültig übertrieben, du weißt was jetzt kommt, du bist nicht mehr zu retten. du wolltest es ja, du wolltest es ja. Es ist nicht schlimm, du wirst sterben. Das hätte jetzt nicht sein müssen, nimm es mir ruhig übel, dass du mich enttäuschen kannst, du bist wie du weißt, nicht in der Position, zu urteilen. Niemand wird dich jemals lesen. du wirst niemals eine Bedeutung für irgendwen haben."
Etwas Unheimliches bedrängt mich. Immenser Druck im Brustkorb. Ich habe das Gefühl, schonmal gestorben zu sein. Vielleicht wurde ich in einem früheren Leben hingerichtet von einer fetten Henkerin oder dies ist nur wieder eine Metapher für die Kälte der Mutter, liebe Schüler, vergesst nicht, es gibt immer mehrere Ebenen, das ist ja das spannende! Lasst euch anspannen! Es wird gute Noten regnen wie Blumen! Ich geb euch alle ein Eis aus, wenn ihr mir ein bisschen zuhört! Ich bin euer Freund!  Hört Euch zur Einstimmung bitte meinen neuen Song "Der Brandstifter" an!

Was ist das wieder für ein Tag gewesen?
Was ist da wieder über mich drübergefahren?
Was wurde ich wieder abgestempelt!
Was hab ich wieder abgestempelt!

Ich sitze hier und tippe auf bestimmte Buchstaben,
um bestimmte Sätze zu bilden.
Die Schönheit dieses Liedes hat sich's wie ein Keller
unter meinem Zimmer gemütlich gemacht,


Jeder der meine Lieder mag, ist mein Freund.

Es gibt keine richtige Musik,
ich zünde den Dachstuhl der Schule an
und schreibe ein Lied darüber,
ich werde extrem berühmt damit irgendwann

Es gibt keinen idealen Menschen!
Mit deinen Irrtümern und Ekstasen
kannst du machen was du willst,
solang du berühmt wirst irgendwann.

Jeder der meine Lieder mag, ist mein Freund.

Ich will dein Freund sein,

wenn du mich brauchst
jeder braucht irgendwann
einen Brandstifter


Ich interessiere mich plötzlich für Kommunikation. Wie erleben andere Leute ihre Existenz? Und ich meine ganz genau: was macht Euch Spaß? Wie würdet Ihr den Staat verändern? Wie die Mentalität in dieser Stadt beeinflussen?

Das Ich stabilisiert die Wirklichkeit. Das ist vielleicht der Kernsatz all meiner bisherigen Drogen-Erfahrungen. Ohne Ich, das ihm eine bestimmte Außenwelt strukturiert, beschäftigt sich das Gehirn mit anderen Bewusstseins-Ebenen. Das Ich ist ein mögliches Fenster in die Welt. Es verpflichtet uns zu dieser Welt zu stehen. Ich schaue aus dem Fenster in den Hinterhof wie aus meinen Augen in die Außenwelt und frage den Kater, was wir beide mit unserem Leben anfangen wollen. Er kann mir nicht antworten, weil er keine Worte kennt, und deshalb hat er auch keine Werkzeuge, um ein Ich zu produzieren, denn ein Ich ist nichts anderes als ein sprachliches Konstrukt. Das Wort "Ich" suggeriert, dass es ein Ich gibt, aber eigentlich zeigt es bloß auf etwas, das es gar nicht gibt.

Die visuellen Effekte bei geschlossenen Augen (zarte, atmende Teppiche aus rotem, blauem Licht, geometrische Strukturen und Räume) passen sich der Struktur der federleichten Kopfschmerzchen an, die das Gehirn massieren. Sie sind polyrhythmisch; überlagerte Ebenen; grobe und fragile, wässrige Strukturen, die sich auf die Außenwelt übertragen, wenn man die Augen öffnet.

Ich befinde mich in einem weit nach hinten geöffneten Moment, ich bewege mich nicht in der Zeit voran, sondern hinein. Möglicherweise fesselt uns das Gefühl, uns in der Zeit nach vorn zu bewegen, an unser Ich. Das Ich hält sich an Begriffe, während es von der Zeit durch den Raum geschleift wird. Das Ich ist ein Filter, den das Kind aufbauen musste, um mit der Welt, wie sie von der Gesellschaft durch Worte und Termine definiert wird, klar zu kommen. Unsere subjektiv wahre Welt wird von unserem Zeit- und Ichgefühl entworfen. Das ständige Erwarten und Berechnen und Voraussehen und nicht zuletzt alle gesellschaftliche Notwendigkeiten verhindern, dass wir uns im Moment verlieren, wortwörtlich: wir verlieren unser Ich, wenn wir nicht mehr aus einer bestimmten Vergangenheit in eine bestimmte Zukunft vorzustoßen meinen. Wenn uns das Gedächtnis an diese, an alle Begriffe abhanden kommt, verlieren wir mit ihnen die Anziehungskraft, die uns an die übliche Realität bindet. Das ist so schwer zu glauben, weil es so schwer ist, sein Ichgefühl loszulassen und das Gespürs für das zu verlieren, was richtig und falsch ist.



01 September 2015

Septemberblätter

(1)
Du wohnst gegenüber, aber kommst nicht vorbei, es fühlt sich fast falsch an noch wach zu sein, hier hinten zu sein in diesem engen Abend, hier wo nichts passiert, nur die Stunden blähen sich auf, hier hinten, hier unten, hier drinnen kommt es auf nichts mehr an. Und die Wohnung ist mir nicht sicher. Wie lang gibt mir der Vermieter noch? Ich dehne mich bis zum äußersten Rand des Lebens, noch ein bisschen weiter, noch ein kleines bisschen, gleich bin ich nicht mehr arbeitsfähig, gleich habe ich Anspruch auf Rente. Hier hinten, hier unten, hier drinnen gibt es nichts mehr zu tun.

(2) 
Ich wurde in ein müdes, buntes Haus verfrachtet, dessen Bewohner nur nachts wach sind und ihre von Not und Mitgefühl befreite Existenz am Rand der Stadt vertiefen. Der Regen, der Wind und Polizeitaschenlampen finden fast überall einen Weg hinein.
Die ironische Freundlichkeit des leeren Himmelblaus leugnet das Gemütliche meines Bettes und ich blinzel mit den Augen und der Sand meiner Wimpern rieselt auf mein steifes Kopfkissen.
In einer Tabakpfeife ist ein winziger Graskrümel so intensiv wie ein halber, freundlicher Wasserpfeifenkopf und getrübt von meinem Charakter, getrübt von den Schlägen der Zeit auf mein Rückgrat schaue ich in die Mittagssonne, bis der Gedanke, dass jede Eigenschaft eine Fessel ist,
finstere Pläne schmiedet. Ich gehe etwas spazieren, aber etwas will unspaziert bleiben. Man sollte ja nur rausgehen, wenn man sich eingestehen kann, dass es nichts gibt, das man zustande bringen könnte.

(3)
Anzeige. - In wessen Leben kann ich mich ausbreiten? Ich bin Ferdinand und lebe auf einem weichen, geräumigen Schrottplatz und suche einen Lebensgefährten, mit dem ich unter die Oberfläche komme. Ich interessiere mich für experimentelle Musik, Veganismus und Schusswaffen. Hast du etwas Verwirrung für mich übrig? Ich bin ein androgynes Zwischenwesen, jugendliche Wirkung und kann nicht so gut schlafen in letzter Zeit. Du solltest einen Hund haben. Meine Freunde nennen mich Nervenbündel, denn ich kann ihre Gesichter nicht richtig deuten. Ich sehe aus wie eine Leseratte, bin aber keine. Wenn du eine gemütliche Lebenseinstellung hast, schreib mir.

(4)
Gekettet an den Beton der Melancholie, von steriler Frische der Ausweglosigkeit umweht, biete ich der Zeit und der Menschheit die Stirn. Wann holt mich die schwarze Angst nach hause?

Berauscht, aber ohne Inspiration, nährt die Leere meiner Freiheit die expandierende Ekstase meiner Abwesenheit und hinterlässt blasse Funken wie diesen.

Die Schreibmaschine meiner Angst presst meine Abstumpfungserscheinungen zu Schwarzpulver zusammen.

NEUE ALPTRÄUME. INPUT! WO BLEIBT MEIN NEUER INPUT? Konzeptkonzeptkonzept! nirgends bleibt mein Konzept. - Ich kann nur aus meiner Selbstzerfälligkeit ein Kloster machen, in dem es nur Platz für mich und ein paar Besucher gibt - und jeden Sonntag werden wir ein Festival auf dem Marktplatz veranstalten, das die Uferlosigkeit der nächsten Jahre fundieren soll für alle, die weder ein Boot noch ein Meer noch ein Ufer wahrhaben wollen.

30 August 2015

Was ich fühle ist keine Angst - Angst fühlt sich anders an


(1)
Ich öffne die großen AUgen einer leeren RTF-Datei und entferne etwas Grünes zwischen der D- und E-Taste, ein totes Insekt, das ich mit einem weichen Schrecken aus dem Fenster werfe. Es ist kurz vor Mitternacht und ich eröffne mit einem feierlichen Lied den Raum, in dem ich mich um mich drehen kann, um mich selbst, nur um mich selbst, ich bin eine Spinne, das Kreuz der Langeweile auf dem Buckel und webe Einsamkeit um mich. Fröhliche Musik soll das über mir kauernde Omen entthronen - doch sie schafft es nur, mich daran zu erinnern, dass es egal ist, wer da oben sitzt, denn ich komme so und so vom Weg ab.
Obwohl mir die Rolling Stones nichts zu sagen haben, lass ich sie durch mein Zimmer klappern. Die Schnute des jungen Mick ist ihr einziger Pluspunkt. - Lust auf Cannabis deutet mit mahnendem Finger auf einen Überdruss am Leben, der - statt zu sagen "Man zeigt nicht mit nacktem Finger auf angezogene Depressionen!" - einfach nur glotzt und überlegt, sich auszuziehen. Wenn du kiffst, verwandelst du dich bei entsprechender Musik in den Onkel, der mit den Schultern zuckt und dich anlächelt, um dir zu sagen, dass es egal ist, wo du dir deine Zeit vertreibst. Ich vertreibe meine Zeit. Ich bin nicht irgendjemandes Onkel. Ich will "das Leben" mit irgendjemand zusammen gestalten. Das Leben gestalten. Lou Reed hat grad gelacht. Schade, dass ich jetzt vielleicht nicht meine Lust, nichts zu formulieren, formulieren kann. Sie fühlt sich so gemütlich an, als läge ich irgendwo am Ufer meines Lebens, meine Nutzlosigkeit und Freiheit durchkauend und mich fragend, was das alles soll, aber auf meinem Rücken liegt eine schwere Matzratze, auf der ich vollgefressen mit Zufriedenheit herumliege. "Nicht die Matraze ist schwer, sondern das, was drauf liegt!", höre ich meinen unpoetischen neuen Mitbewohner grinsen. Ich sperre mich also in meinem Zimmer ein und nehme allein am Leben teil, froh dass ich mich nicht aus Angst oder Langeweile mit allerlei Studien und Fakten und Axiomen belasten muss. Mit Wahrheit belasten. Leute die ihre Haltung mit Ausrufezeichen meinen objektivieren zu können, verdrießen mich schnell. Oder wie kann man keinen Hang zum Schwanken, zum Fragezeichen, zum Umkippen haben? Unsicherheit ist eine riesige, weiche Wiese voll mit dunkelroten, orangenen, dunkelgelben Blumen, beigem Gras und blühenden, schwarzen Bäumen. Eure Unsicherheit ist wichtiger als der Lehrer, wichtiger als Noten, wichtiger als Schuh-Zubinden, wichtiger als Träume, wichtiger als die Zukunft, wichtiger als Euer Wissen, wichtiger als eine rote Ampel, wichtiger als die Sonne, fast so wichtig wie eine gute Verdauung. Wie kann man leben mit dem Tod im Nacken? Indem man sich klar macht, dass Hitler ein Happening-Künstler war, dessen Werk mit seiner ersten Rede beginnt und das abgeschossen ist, wenn er sich in seinem Bunker abschließt. Was ist noch wichtig? Ich darf nicht vergessen die Hühner in ein paar Stunden rauszubringen. Ich wüsste nicht, was sinnvoller wäre als skeptisch, mit instabilen Begriffen auf dem Nebengleis herumzuträumen und sich um Hühner zu kümmern? Wieviel Schmach und Substanzverlust erleidet man früher oder später für jede Wahrheit! Zusammengedrängt im Wahn einer wahren Welt, auf den Leim gegangen einer unpoetischen Ideologie, büßt das Leben immer mehr an Möglichkeiten ein - und an Schönheit sowieso. Wer sich an nichts mehr krallt, versetzt das Leben in einen entspannenden Siesta-Zustand, den man so lang hinstrecken kann wie man möchte, mit dem man vielleicht sogar die letzte Ära des Lebens überhaupt einzuleiten bereit/in der Lage ist. Mein Ehrgeiz beschränkt sich darauf, mit meiner Ehrgeizlosigkeit zu prahlen, hier in dieser Textdatei im Abfall-Zentrum des Universums. Ich empfange hier keine Signale, hier sind alle Schotten dicht. Ich weiß, ich sollte nicht hier sein, aber werde auch nicht dafür bestraft, dass ich hier bin. Es gibt nichts zu tun... Warum gibt es nichts zu tun? Ein Neugieriger, der aussieht, als würde er zu bestimmten Liedern von Hildegard Knef mit den Fußzehen schnippen können, denkt sich, dass man mal herausfinden müsste, ob Leute, die auf ein heftiges High aus sind, mit einer Tabakpfeife viel Gras sparen können. Auch wenn die Wirkung vielleicht nicht ganz so lang anhält, wäre die Menge an Gras, die du nachlegst, um mit dem mitzuhalten, der mit dir auf dem Sofa sitzt und eine Bong raucht, vielleicht deutlich geringer ist als bei dem Typen, der eben schon durch den Satz gehuscht ist... der da, der die Menge in einem Bong-Kopf verbrennt. Der Satz ist seltsam konstruiert, ich hoffe dass man das unter "Stil" abhakt. Dazu eine Grundsatzfrage: muss Stil gewollt sein oder ungewollt? Muss Stil vielleicht nur ungewollt scheinen? Als könne man einen Gedanken nur auf die Bühne lassen, wenn er ordentlich hergerichtet ist. Ich schaue ins Publikum und kann nicht glauben, dass niemand von ihnen auf mein Stolpern und Zaudern gewartet hat. Vielleicht werde ich mit allem scheitern. Ich darf mir nichts auf das künstliche Pathos einbilden, auf dem meine Unsicherheit eine gute Figur macht. Jeder kann da sein, wo ich jetzt bin. Mehr habe ich nicht zu sagen? - Ich vermute dass man nie eine Panik-Attacke unter Gras bekommt, wenn man sie nicht während der ersten Versuche mit Gras bekommen hat. Die ersten Graserfahrungen strukturieren alle übrigen. Entweder die Eindrücke der ersten, angenehmen Rauscherfahrungen machen alle übrigen ebenso angenehm, oder schlechte erste Eindrücke ermöglichen es, dass sich vermehrt oder ausschließlich schlechte Erfahrungen anschließen. Je mehr gute Erfahrungen man erinnert und je besser sie sind, desto mehr und besseren Stoff hat man, künftige Erfahrungen zu "konstruieren". Man bastelt eine bewährte Form, in die man den Rausch gießt und beherrscht. Vielleicht kann ein destruktiver Charakter vertraute Rausch-Ideale dekonstruieren, schon allein weil er wirklich Lust dazu hat. Man kann nur in einem Bereich vorankommen, wenn man echte Lust dazu hat. Je unterschiedlicher die Dinge, mit denen sich Menschen lustvoll befassen, desto größer die Chance, dass sogar Leute, die diese Lust nicht kennen, von dem, wozu die Lust geführt hat, profitieren. Also.. ich mein, vielleicht habt ihr was davon, dass ich mich hier im Kreis drehe. Vielleicht haben meine Bewegungen eine ähnliche Wirkung wie das Orgelsolo in "Light My Fire". Es ist wirklich so, dass Worte und Gedanken und Gefühle im Grasrausch wie beschwingte, sich schief schwingende Musik sind, Musik die nie zu unfreundlich aufdringlich wird, die nichts von dir verlangt, die dich nie mit sogenannten Wahrheiten belästigt, sondern dich einfach dafür feiert, dass du unentschlossen und düster in der Ecke einer Party sitzt und grinst.
In deinem Leben gibt es nichts zu tun - du gestaltest es, indem du dir die Zeit vertreibst, indem du dich mit Wahrheiten belastest, indem du in einer Sackgasse verschwindest. Ich verschwinde in einer Sackgasse.

(2)
Die Grammtik-Regeln des Lebens missachten und den Zweifel in den Rang der Wahrheit erheben bedeutet: Generalstreik, bedeutet Schwanken mit Ausrufezeichen, heißt früher oder später helfen das Gehirn umzustrukturieren, der harten Manie der Außenwelt eine weiche Panik von innen entgegenzuhalten, die Zähne zusammenzubeißen, also einfach darauf vertrauen, dass es noch ein bisschen so weitergeht. Die Angst vor dem Tod ist nicht größer als die Angst, dass im Edeka keine Pizza im Angebot ist.

(3)
Ich strebe an, mich überall so durchzumogeln wie in meinen Texten. Ich möchte meiner Zersetzungs-Lust nicht verschreiben, sich bloß an meiner Sprache auszuleben  Sie soll sich richtig schön in meinem Alltag breit machen, ich habe keine Angst, darüber die Kontrolle zu verlieren, es sind nur bestimmte Verhärtungen in meinem Bewusstsein, die sich mit dieser Angst schützen wollen. Angst hilft, sich zu stabilisieren in einer Zone Erträglichkeit, je stabiler, desto größer die Gefahr, hängenzubleiben, süchtig zu werden nach Ordnung und Mittelmaß und darin abzustumpfen. Nur wenn man sich ausreichend überfordert, stumpft man nicht ab. Ich habe alle Möglichkeiten in meinem kleinen Zimmer ausgenutzt. Eigentlich hält mich nur der Gedanke auf, dass ich jetzt Angst haben sollte - richtige Angst fühlt sich anders an. Je öffter du den letzten Satz liest, desto mehr nimmt der Schlüssel zu einem Lebenswandel Gestalt an.

(4)
Es macht mir Spaß, mir alles mögliche auszureden; die Sense meiner Entspannung stößt immer wieder gegen mein steinernes Bedürfnis, dass mir jemand etwas einredet und sprüht Funken, die wie ein Feuerwerk den Moment des Absprungs als Erlösung verklären. Je tiefer man sich in einem destruktiven Stil verliert, desto schneller wird man das fette Ego los, das immer nur faul im Weg steht und keinen der Fäden in die Hand nimmt, die überall herumliegen, aus Angst vor einem konkreten Leben. Alles Konkrete ist eine Sackgasse. Selbst eine konkrete Verweigerung, eine konkrete Skepsis verschafft dem Leben eine Struktur, der vielleicht irgendwann nichts mehr entgegenzusetzen ist. Wenn man sich nicht vollkommen auflösen will, könnte man versuchen, irgendetwas zu tun: und wenn es die Zerstörung einer Hoffnung ist. Ich werde mich jeden Tag daran erinnern müssen. Meditation unter Disteln oder Diesteln.

(5)
Sobald du keinem Ziel mehr entgegengehst und bald deine Alltagsstruktur in die Brüche geht, gibt es die Chance, eine allesentscheidende Veränderung in dein Leben hängen, wie die Zunge, die man allem entgegenhält, allen Menschen, Tieren, Pflanzen, Gegenständen, allen Städten und Gebirgen, allen Planeten, allen Realitäten, allen Worten, allen Prinzipien, allen Naturgesetzen, allen Stilen, allen Versuchen, ein gutes oder sinnvolles oder schönes oder interessantes oder leeres oder unsinniges oder lustiges Leben zu gestalten. Das alles führt zu nichts, aber ich welke auch nicht, im Gegenteil, ich erblühe. Der Himmel nimmt mein herzliches Leuchten an, an welches mich meine Fröhlichkeit nagelt. Eine sanfte, frische Kreuzigung aus Knetmasse, die aus sanfter, knietschbunter Musik besteht. Die Euphorie beim Musikhören unter Gras entsteht aus dem Gefühl, etwas Vertrautes zum ersten Mal zu erfahren. Das Gras knetet die Überdruss-Gefühle weg, es knetet die Struktur weg, aus der heraus man bisher die Welt und das eigene Leben bewertet hat, so überwindet man leichter die Werte, die uns an eine bestimmte Außenwelt ketten, die uns herabziehen auf den Mittagstisch eines gefräßigen Beamten. Denn die beste Art der Flucht ist, sich nicht mehr festzustellen und damit irgendwann nicht mehr feststellbar zu sein. Von niemandem mehr entschlüsselbar, rollt der hermetische Charakter dem Sonnenaufgang entgegen, innerlich wie noch nie zu vor von Musik erweitert und erhoben. Die Beschränkung auf den gewohnten Stil engt die Möglichkeiten ein, sich zu freuen. ----> Ihr habt einen neuen, gewählten Chef in diesem Laden. Welche Rolle soll ich sonst übernehmen? Gerade die Selbsterkenntnis: das Ich ist das Prinzip, was gerade die Kontrolle über den Körper hat. Eine Rolle hat sich nicht für die Macht entschieden, sie übernimmt die Kontrolle weil sie gerade die einzig verfügbare Rolle ist, die reif genug für einen Charakter, für ein historisches Schicksal ist. Sobald ein potentieller Charakter spürt, dass er die Kontrolle über den Körper übernehmen kann, ist er entweder paralysiert oder in der Lage, zu übernehmen. Das Gefühl, nicht zu wissen was man tun soll, schenkt eine plötzliche Möglichkeit, die Rolle zu wechseln. Die Verzweiflung an sich selbst ist eine Krise, die wie ein Gewitter in den Acker stürzt und ihn fruchtbar macht. Sobald du keinem Ziel mehr entgegengehst und bald deine Alltagsstruktur in die Brüche geht, gibt es die Chance, eine allesentscheidende Veränderung in dein Leben hängen, wie die Zunge, die man allem entgegenhält, allen Menschen, Tieren, Pflanzen, Gegenständen, allen Städten und Gebirgen, allen Planeten, allen Realitäten, allen Worten, allen Prinzipien, allen Naturgesetzen, allen Stilen, allen Versuchen, ein gutes oder sinnvolles oder schönes oder interessantes oder leeres oder unsinniges oder lustiges Leben zu gestalten. Das alles führt zu nichts, aber ich welke auch nicht, im Gegenteil, ich erblühe. Der Himmel nimmt mein herzliches Leuchten an, an welches mich meine Fröhlichkeit nagelt. Eine sanfte, frische Kreuzigung aus Knetmasse.
verliere den draht
verliere den draht /// ... verlier den draht
/&= ... ge.,...gne.....,,... ,
deine verwirrung ist dein bester kumpel
richtig angewandt ein drogenersatz
und familienersatz sowieso
ein antidepressivum und wachmacher
und schreiben können sowieso

(6)
Am Stil eines Autoren erkennt man manchmal noch seine Haltung zur Welt. Am Ende ist alle Kunst bloß Unterhaltung. Eine Unterhaltung im Nichts zwischen Küchenspüle und Weltuntergang.
Ein Kredo hänge ich über die nächsten Wochen: "Ich weiß nicht warum ich schreibe und schreibe trotzdem" Nur während dieses Mechanismus kann sich etwas in den Fangnetzen meines Schreibens verfangen. Die Schreibmaschine muss laufen, bevor es etwas zu schreiben gibt. Man muss Schriftsteller sein, bevor man entscheidet, über etwas bestimmtes zu schreiben. Entweder du wächst als Schriftsteller organisch in eine Sache hinein, oder du benutzt bloß die Sprache und das Pathos des Schriftstellers, womit du immer nur so tun kannst, als wärst du ein Schriftsteller, ohne es jemals zu sein. Ich darf meine Sprache nicht beherrschen, ihr nicht befehlen, in eine Sache einzudringen oder eine Sache zu umklammern. Als Schriftsteller will ich mich meiner Sprache und ganz ihren Möglichkeiten unterwerfen und zeigen, wie die Welt aussieht, wenn man sie aus meiner Perspektive als Schriftsteller betrachtet. Am Stil eines Autoren erkennt man manchmal noch seine Haltung zur Welt. Am Ende ist alle Kunst bloß Unterhaltung. Eine Unterhaltung im Nichts zwischen Küchenspüle und Weltuntergang.

(7)
Ich habe gerade den Drang, "Wo bin ich hier nur gelandet?" aufzuschreiben, unterdrückt und fühlte mich damit plötzlich ein bisschen reifer, seit zwei Minuten fühle ich mich plötzlich zu unrecht reifer und möchte mich für dieses schnöde Happy End bei wem auch immer bedanken.

(8)
Cannabis hilft, den Surrealismus als das revolutionäre Werkzeug zu erfahren, das er nach André Breton sein soll. - Man kann als Künstler und als Kunstbetrachter die Welt surrealistisch betrachten - oder man kann bloß den Kontrast zwischen Kunst und Welt genießen,  vielleicht wenigstens mit der Unfähigkeit, sich auf eine Seite zu schlagen. Ein Surrealist beschreibt bloß die Welt aus den Augen eines Surrealisten, das ist die Gefahr aller Ismen, selbst die des Skeptizismus. Man kann aber Werkzeuge des Surrealismus benutzen, um sich zu erweitern, um inne zu halten oder um eine Idee, ein Prinzip, eine Gewohnheit umzustürzen. Das, was einen Schriftsteller auszeichnet, kann man auf wenigen Seiten zusammenfassen. Alles, was er ringsherum zusammengeschrieben hat, ist Dekor, Kommentar oder reine Masturbation. Der Beruf des Schriftstellers ist es, etwas zu sagen. Es steht ihm frei, die Gattung und den Stil seiner Texte zu wählen und damit sich und das Zusagende aufzuplustern oder zurechtzustutzen. Er wird nie eine Form finden, die dem Zusagenden entspricht, eher passt sich das Zusagende an sein Sprechen an, zumindest das, was sagbar ist, ohne seinen Kern zu zerstören. Alles dreht sich um ein paar Kerne... mal so, mal so...

(9)
Ein vergilbter Brief, dessen prophetisches Knittergesicht ans Mikrophon will und ich finde es ok, jeder Kanal soll genutzt werden: "Mit Marihuana kann man dem alles beherrschenden Skeptizismus seine anti-depressiven Kräfte entlocken. Es gibt nämlich absolut keinen Grund, sich um konkrete Gefühle zu bemühen und daran festhalten. Je mehr du aus der Form gerätst, desto glücklicher kannst du werden. Verlasse deine Rolle des von Paranoia und Sackgasse geknickten Niemands. Tu einfach etwas, das kein Depressiver tun würe, es muss etwas Großes sein, dass dich mitzieht. Bau dir aus einer Hoffnung einen Heißluftballon und fliege davon, aber langsam, langsamst, und gründlich, nicht dass es bloß eine olle Metapher bleibt. - ICH BIN DAS PRINZIP, DAS EUCH JEDEN MORGEN AUFZIEHT. Ich habe gerade viel Zeit, und Lust sowieso. Aber wenn du nicht kommst, kann natürlich nichts passieren. Akkes Lievve, Demien."

(10)
Im falschen Glücksbrunnen der Musik
verwundet von weißen Sonnenstichen
und die Wüste des Daneben einatmen
und größer und dunkler und tiefer werden bedeutet,
der Müdigkeit die Stirn bieten,
bis eine von beiden verschwindet.

Die Freiheit im Haus der Geschichte
ist nur die Reinigungsfachkraft
im Monat verdient sie knapp den Mindestlohn
und darf nichtmal ein Kopftuch tragen, aha.
und daheim muss sie auch noch täglich wischen
die Lösung ist zu einfach um möglich zu sein

Ich möchte keine neuen Blumen
ich möchte keine neuen Versuche
der Tag rollt vorbei und ich gebe mein ok
solang ich Einfluss auf meine Neurochemie habe
und du kommst vorbei und du strahlst und hüpfst aufgeregt herum
und deshalb war ich die letzten drei Tage durch wach


(11)
Ich will mich da einschleichen, wo ich nicht hin darf: in das Haus eines ängstlichen Jungen, in das Büro meines Vermieters, in den hinteren Kassenbereich einer Apotheke und am liebsten sogar in die Weltöffentlichkeit.
Als kleines Kind will man am lautesten schreien, als Jugendlicher will man Kontrolle über den Durchsage-Apparat im Sekretariat, um obszöne Sachen reinzukichern, nach der Schule will man irgendeine Firma aufbauen oder in den Ruin treiben und spielt immer noch Telefonstreiche, und plötzlich für sich gewonnen: Graffiti. Botschaften hinterlassen, Gedanken erzwingen. Je öffter ein gutes Graffiti gesehen wird, desto besser kann es sich seine Botschaft im Unterbewusstsein  gemütlich machen. Und wenn man kurz vor den 30 steht, unerwartet unreif, klapperig und knickerig, kann man sich nur noch ins kalte Wasser der Öffentlichkeit stürzen. Ich will spüren, dass ihr mich zerreißen wollt. Ich will euch einfach bei allem stören, denn alles was ihr tut ist einen fechten Dreck wert. Ihr alle überschätzt eure Fähigkeiten. Wie ich seid ihr Getriebene von zum Himmel schreienden Banalitäten, ihr könnt das besser ertragen und das ist der einzige, aber alles-biegende Unterschied. Wollte damit nur sagen, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sich zwischen uns nie mehr ergeben wird als das ein oder andere zufällige Gespräch in der Schlange vor der Kasse, getragen von einer extrem einschläfernden Freundlichkeit. Die Distanz zwischen uns muss wachsen, jedes Jahr ein deutliches Stück. Indem ich die Fresse aufreiße und euren Nachtschlaf störe, vergewissern wir uns gegenseitig unserer selbst. "Und das ist doch, worum es mir geht!", spreche ich routiniert verzweifelt in die Kamera 3 und verabschiede mich jetzt mal wirklich in den musikalischen Teil des Abends.

(12)
Geh immer weiter und glaube nicht an morgen.
Alles was wichtig ist geschieht in diesem Augenblick.
Geh immer weiter und glaube nicht an morgen.
Der Himmel ist dunkel, die Erde verbrannt und der Wind ist kalt und nass...
Geh immer weiter und glaube nicht an morgen.
Denn morgen bist du nicht mehr das was du heutnoch zum letzten Mal ahnen kannst.
Geh immer weiter und glaube nicht an morgen.
Geh immer weiter und glaube nicht an morgen.
Geh immer weiter und es hat sich bisher noch nichts für dich gelöst, sei froh.

(13)
Neun Liebeslieder.

- Ein romantisches Abendessen in düsterem Sumpfgebiet am Stadtrand, ich hab Lust die ganze Gegend zusammenzuschreien mit meiner Trampeltier-Fröhlichkeit. Ich hänge dir solang auf den Schultern, bis du dich kaputtlachst und die Lust an deinem Job verlierst. Wenn du wüsstest, wie ich mich fühle, würdest du einen Herzinfarkt bekommen.

- Ein plötzlicher Nackenkuss stubst das Schicksal an und es kommt ins Rollen und reißt alles mit sich. Komm, wir bleiben hier und schauen, was der Abend so bringt. Meine Karten kann ich dir alle auf den Tisch legen, es sind nicht viele, du hast bestimmt mehr.

- Ich will einfach nur überall meine Liebe zu dir hintun, ins Brot und in die Bäume und in den Fenstersims, auf Krümel des Mondes in der Atemluft, auf die Stimme einer dicken Gospelqueen mit Shimaske, damit man nicht sieht ob sie schwarz oder weiß ist, "Oder grün....", schreibt mein Siebenjähriger in mir und fühlt sich süß. Die Lehrerin kommt vorbei und sagt, was sie mir alles für meine Zukunft wünscht und rennt dann halb im Heulkrampf, halb im Rausch der Routine aus dem Klassenzimmer und die ganze Klasse schaut mich an und ich weiß wirklich nicht, was passiert ist. Die Lehrerin kommt mit zwei großen, schweren Hausmeistern wieder und bitten sie, mich mitzunehmen. Ich weiß wirklich nicht, was ich gemacht habe und überlasse mich grinsend wie eine dunkelgelbe Kornblume den bürokratischen Bienen und Hummeln und Läusen und Pestiziden.

- Ihr könnt mit mir machen was ihr wollt, ich kann nicht aufhören zu sein was ich bin. Meine Unsicherheit zu wissen, ob das stimmt, ist der einzige Grund, weshalb ich noch das Haus verlasse. Ich würde mich am liebsten in einem Bunker einbarikadieren und die ausrufezeichnen Wellen meiner Liebe und meiner Abscheu in einen Piratensender stecken und über die Stadt aussenden. Wer sowas nicht können will, leidet an einer Bescheidenheit, die zwangsläufig in die Depression führt, zumindest wenn man so ein Liebeskummer-Glühwürmchen ist wie ich.

- Brachialer Rabatz der Sabotage nachts in der Großen Maschine, und ein sanftes Blumenbuket am nächsten Morgen. Die unter Durchfall leidende Liebestaube kreist wie ein Omen um den Kirchturm meiner Mittagsmüdigkeit, ich liege in einer violetten Hängehatte, indem ich alle Briefe zerreiße, die mir das Gericht schickt und mich nach hinten fallen lasse in die von den meisten Medien missverstandene Bedenklichkeit meines Scheiterns in einem ewigen Spätnachmittag.

- Ich hänge mit einem Lineal auf jedem Satz und gebe mir Mühe, die Schotten dicht zu halten, aber nur, damit ich etwas zu schreiben habe. Dort wo ich hin will, kann ich unmöglich einen Stift und ein Notizbuch mitnehmen, dort muss ich mich distanzlos, also schutzlos den Naturgewalten stellen.

- Fast jeden Abend kreise ich traurig um den Gedanke, was alles aus meinem Leben hätte werden können, wenn ich seit dem Kindergarten mit Fetsch zusammenwäre. Unsere ganz eigene Art von Zusammensein als das Zentrum des Lebens erklärt, mit einer schönen Aussicht auf den Stadtpark, über den sich ein Gewitter zusammenbraut. Ich freue mich den ganzen Tag darauf, mit dir auf dem Sofa zu liegen und Musik zu hören. Ich behaupte, dass alle Menschen eigentlich nur einen gemütlichen Abend mit ihrem Liebsten haben wollen, indem ich diesen Satz schreibe. Wird es schon langweilig? Hab ich mich vielleicht in ein unerreichbares Nirgendwo geschrieben? Das elektrische Schmusekissen meiner Besessenheit. Ach was soll ich sagen, komm einfach mal auf einen Tee vorbei.

- Schlagermusik ist wichtig: "Wer bin ich, dass ich dich lieben könnte?" - Selbsterkenntnis ist absolut deprimierend: sobald man sich nicht mehr überraschen kann, weil man versteht, was man sein muss und warum es nicht anders geht, kann man sich genau ausmalen, dass man nicht weit kommen und höchstens ein bisschen was von der umliegenden Wüste unsicher machen kann. Erstens: Ich popelte mir mit diesem Liebeslied in der Nase. Zweitens: Ich wäre gern der Bürgermeister meiner Geburtsstadt.

- Der Vormittag ist eine knallgelbe, zerstochene Hüpfburg, die ich zu faul bin wegzuschmeißen. Was stelle ich mit dem an, worin ich mir sicher bin? Jede Bewegung ist eine Bewegung zu viel. - So wie psychedelische Musik entweder eine sedierende, abspaltende, oder eine aktiv-destruktive Wirkung hat, hat auch Schlaflosigkeit entweder die eine oder die andere Wirkung. Vielleicht kann dich mein Taumel aufrichten, vielleicht kann dich meine Aufrichtigkeit wenigstens täuschen, vielleicht gibt es zwischen uns nichts interessantes außer die Lust zusammen umzukippen. Würde mir völig reichen.